Als in unserem Tour Programm in Tokio kurzfristig angeboten wurde das Wagyumafia Cutlet Sandwich Lokal für ein Mittagessen zu besuchen, war bei mir die Vorfreude groß. Wagyumafia umgibt in der Carnivoren Szene ein gewisses Mystikum. Ein Wagyu Sandwich Lunch klang interessant, um das Phänomen Wagyumafia kennenzulernen. Bei den angegebenen Preisen dachte ich zuerst an einen Komma Fehler – da das günstigste „Basic Ozaki Sirloin“ Sandwich um wohlfeile 65Euro und das „Kobe Chateubriand“ Sandwich um dezente 163 Euro auf der Menükarte stand. Wohlgemerkt es handelt sich um ein Toastsandwich und wir bekamen einen Special Price, denn auf der Karte im Lokal waren die „Normal“ Preise in Dollar angegeben….

Warum ist Wagyumafia weltweit so populär und exklusiv?
Wagyumafia hat es geschafft, das traditionelle Image von Wagyu-Rindfleisch zu revolutionieren. Statt steifer Fine-Dining-Erlebnisse bietet die Kette ein modernes, fast rebellisches Konzept: kleine, intime Lokale mit Stehplätzen, in denen Spitzenqualität auf lässige Atmosphäre trifft. Dabei steht immer das japanische Wagyu im Mittelpunkt .
Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die Storytelling-Komponente: Jeder Gang wird von den Köchen persönlich präsentiert, inklusive Hintergrundwissen zur Herkunft und Zubereitung des Fleisches. Diese Kombination aus Kulinarik und Bildung macht zumindest laut unterschiedlichen Quellen, den Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Exklusivität durch Mitgliedschaft und Limitierung
Was Wagyumafia besonders exklusiv macht, ist das Mitgliedschaftssystem. Viele der Restaurants – insbesondere in Tokio, Hongkong und Singapur – sind nur für Mitglieder zugänglich. Diese erhalten Zugang zu besonderen Events, Pop-ups, Chef-Kollaborationen und sogar zu einem eigenen Butcher-Service. Momentan werden aber keine neuen Mitglieder aufgenommen
Zudem ist die Anzahl der Plätze stark limitiert, was die Nachfrage weiter steigert. Die Restaurants sind oft wochenlang im Voraus ausgebucht.
Daher bieten Ihre Popups, wie die der Standort beim Nakameguro Atlas Tower, die seltene Möglichkeit Wagyumafia Flair ohne Wartezeiten zu genießen…
Was man bekommt:
Man betritt ein super nüchternes Lokal mit einem einzigen Tisch plus ein paar lieblos gestaltete Outdoorsitzplätze um sein Steaksandwich zu ordern. Die Karte hängt an der Wand (siehe Eingangsfoto).
Bei mir wars das „Einsteigersandwich“ Ozaki Sirlion, das dann nach kurzer Vorbereitung, mit ein wenig Geschrei und Show – so serviert wurde:

Man sieht ein perfekt am Gargrad getroffenes Wagyu Sirloin, in einer Art Panier und einer gut abgeschmeckten, vermutlich Teriyaki Sauce (die genauen Zutaten werden leider nicht verraten). Als Brot wird Standard Toast verwendet. Mutig. Geschmacklich hat es sehr gut harmoniert, guter Biss mit etwas Crunch – aber für den Preis entäuschend….
Dann kamen die Kollegen, die sich über das Kobe Chateubriand gewagt haben und bekamen das – Achtung das sind zwei Portionen….:


Also im Prinzip das gleiche System wie bei allen anderen Sandwiches, als Draufgabe mit etwas Blattgold und noch etwas mehr Geschrei serviert… – Und da ist es bei mir dann leider aus mit dem Verständnis um Kult und Gehabe. Insgesamt erinnert mich das dann doch ein wenig an den allgemein bekannten Salt Bae und sein in Blattgold serviertes Steak das einem bekannten Fußballer einen Shitstorm beschert hat.
Fazit:
Als Fleischsommelier ist es wichtig, zu wissen welche Trends es gibt, wie Fleisch vermarktet wird und auch selbst kostet und Vorort ist, um wirklich beurteilen zu können was Top oder Flop ist. Daher bereue ich den Besuch keines Wegs.
Aber ich kann dadurch auch mit guten Gewissen sagen, das es sich hier um gut gemachte Abzocke handelt, die meiner Meinung nach mit dem Kult um die Wagymafia spielt, aber der Brand eigentlich nur schadet. Mich bewegt nach diesem Erlebnis gar nichts mehr sich mit diesen Restaurants auseinanderzusetzen, oder tiefer einzutauchen.
Daher abgehakt und es gab bei dieser Reise noch viel mehr und auch so viel postivies zu entdecken!