Man muss es gesehen haben….

Die erste Woche meiner Ausbildung stand ganz im Zeichen der Geschichte, Fleischrassen, Aufzucht, Mästung und Schlachtung sowie der Fleischqualität. Begleitet wurde der intensive Theorieteil von zwei Exkursionen zu verschiedenen Zucht und Mastbetrieben, die konventionell und biologisch bewirtschaftet werden, sowie zu einem Schlachtbetrieb. Mein größtes Learning aus diesen Besuchen war, dass man als Konsument einfach wissen muss wie Lebensmittel hergestellt werden, um dann seine eigene Wahl treffen zu können. Und damit möchte ich auch nicht konventionelle Zucht/Mast schlechtreden. Wir hatten die Möglichkeit mit den Bauern zu reden und die Betriebe anzusehen, alle waren Top gepflegt, hygienisch, gesetzeskonform, mit klaren Beweggründen warum konventionelle Haltung gewählt wurde und deren Leidenschaft dafür. Die Besichtigungen haben mich aber als Konsument bestärkt, den Mehrpreis für Fleisch aus Bioproduktion gerne zu bezahlen. Es ist gut zu sehen, dass Bauern den 2-3 fachen Preis für Qualität und Tier wohl erhalten und auch selbst alle ein weniger glücklicher aussehen als ihre konventionellen Kollegen, wie z.B. die Kinder im Stall mit den Schweinen spielen, während die Bauern uns über Ihre Philosophie erzählen. Keine Frage, es geht um Fleischproduktion, alle wollen Geld verdienen und man sollte sich nicht von der Idylle trügen lassen. Trotzdem ist für mich das WIE ein wichtiger Entscheidungsgrund. Das gleiche gilt für die Schlachtung: Ich empfehle jeden Fleischesser das einmal gesehen (und gerochen) zu haben, um das Lebensmittel Fleisch zu schätzen und sich auch zu entscheiden, ob Fleisch als Nahrungsmittel für ihn weiter in Frage kommt. Sicher kein schöner Anblick, aber auch gut zu sehen, das es um die vollwertige Verwertung der Fleischstücke geht, wie intensiv kontrolliert und verarbeitet wird. Kein Vergleich zu diversen Youtube Horrovideos. Aber natürlich, hier steht ganz klar die industrielle Verarbeitung im Vordergrund. Alternative: Kleinstbetriebe: Ich verwiese hier wieder auf das Weideschlachthaus von Labonca, das aber auch ganz anders strukturiert ist -> zweistellige Stückzahlen pro Woche gegenüber 1500 Tiere am Tag…..

Mein Resümee: Biohaltung oder persönliches Wissen über den Produzenten (es gibt genug gute konventionelle Bauern, die ohne Biosiegel produzieren), weniger Fleisch, dafür zahle ich aber auch gerne mehr. Und keine konventionellen Hybridhühner aus Massentierhaltung mehr für mich, wenn ich es selbst entscheiden kann sie zu verarbeiten. Den Grund dafür erzähle ich euch gerne persönlich……

 


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