Spontanverkostung Duroc vs. Iberico

Duroc_vs_IbericoNachdem meine Frau sich dieses Wochenende in Schottland vergnügt und ich dadurch genug Zeit habe mich meinen Fleischsommelier Kurs zu widmen, habe ich spontan beschlossen eine Vergleichsverkostung für mich selbst zu veranstalten. Ab zum nahen Fleischer (Wiesbauer, Brunn am Gebirge) und ziemlich schnell habe ich zwei Probanden gefunden die es Wert waren zu Testen. Ein Schopfsteak (für unsere nördlichen Nachbarn: Nackensteak) vom Duroc und einer vom Iberico. Wer mich kennt, weiß das ich weniger im Schweinefleisch zu Hause bin, für mich aber ein Thema dem ich mich dieses Jahr mehr widmen möchte, nachdem sich hier qualitativ auch sehr viel tut.

Optik: Wie ihr im großen Bild oben sehen könnt, sind beide Steaks sehr mit Fett durchzogen, so wie es sich für einen Schopf gehört, Das rechte ist das Iberico (ernährt sich hauptsächlich von Eicheln) und ist farblich kaum von einem RibEye zu unterscheiden. Hier sieht man auch noch sehr schön das intramuskuläre Fett. Am meisten überrascht, hat mich der Geruch – selten so einen intensiven nussigen aber feinen Geruch wahrgenommen. Das Duroc verhält sich hier unauffälliger,. Beide Steaks waren auf ca. 2-3 cm geschnitten.

Normalerweise wird ja bei den meisten Schopfsteak Rezepten das Fleisch zu Tode mariniert (Bier, Soja, Paprika….). Das hätte sich aber zum Vergleich nicht geeignet. Daher wurden beide Stücke vor der Zubereitung nicht gesalzen oder gepfeffert, gerade mal dünn mit Olivenöl eingepinselt.

Zubereitung: Der Grill (Weber Summit 460) wurde auf 220 Grad vorgeheizt und beide Stücke je 4 Minuten pro Seite angegrillt. dann ziehen lassen. Nachdem das Duroc etwas dicker war, mußte es gute 7 Minuten länger ziehen. Das Fleisch wurde auseinadergeschnitten. Zuerst wurde das Iberico verkostet, danach das Duroc. Es wurde nur mit Fleur de Sel gewürzt und die andere Hälfte noch zusätzlich gepfeffert.

Ergebnis: Beide Stücke waren es Wert, so natürlich wie möglich verzehrt zu werden. Das Iberico (unten rechts) war bissfester und hatte ein angenehm intensives Eigenaroma, das schon an Wild erinnert. Eventuell hätte ich es 2-3 Minuten vorher vom Grill nehmen können. Aber ein Genuß. Wer es lieber weicher möchte, dem ist das Duroc (unten links) zu empfehlen. Der Geschmack ist bei weitem nicht so intensiv wie beim Iberico, aber butterweich. Empfehlung unbedingt sofort genießen, die Zartheit nimmt ab, je kühler das Fleisch wird. -> Dieser Effekt war beim Iberico nicht so stark zu beobachten. Aus meiner Sicht reicht salzen vollkommen aus. Mit Pfeffer ist kaum eine Geschmacksverbesserung festzustellen (zumindest für mich).

Fazit: Überraschend positiv und für mich die Bestätigung sich mehr dem Thema Schwein zu widmen. Preislich liegt das Duroc bei 13,9€/kg – das Iberico bei 26,9€/kg, also schon ganz ordentliche Unterschiede. Beide waren es aber Wert!

Ich würde mich freuen. wenn Ihr Anregungen hättet, was sonst noch Wert wäre getestet zu werden!

 


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